Gedichte - Part 3
Träum mit mir...
Kennst du das Gefühl in Träumen zu fliegen?
Kennst du das Kribbeln, wenn man glaubt über die Schwerkraft zu siegen?
Ich will dich mitnehmen dorthin,
dort wo ich mit nur wenigen zuvor gewesen bin.
In meinen Träumen nehme ich deine Hand.
In meinen Träumen ist zwischen uns keine Wand.
Ich nehme dich mit mir in meinem Flug,
weiß das ich nur einmal jemanden so mit mir trug.
Nein, er war tiefer als du bisher,
doch er brach mir die Flügel und es schmerzte so sehr.
Und dann sind es meine schwarzen Schwingen,
die mich zurück in die Wirklichkeit zwingen.
Die mich meine Arme von dir lösen lassen,
zusehen wie du fällst, dich nicht umfassen.
Ein Schmerz der mich dabei im innern zerreißt,
bin ich es nun selbst die sich die Flügel ausreißt.
Und wenn ich dich nicht mehr sehe,
wenn ich ohne Flügel meinen Weg gehe,
wenn du ins Nichts gefallen bist,
werde ich schuld sein das es so ist.
Und doch fliege ich noch mit dir,
kenne die Zukunft schon in mir.
Weiß das du fallen wirst irgendwann,
ich hinterher stürze noch ehe unser Flug richtig begann.
Doch noch genieße ich das Kribbeln in mir,
lasse mich von den schwarzen Schwingen höher tragen mit dir.
Umklammere dich mit meinen Armen fest im Flug,
solange bis die Wirklichkeit sagt es ist genug...
Seelentiefe
Ich lasse niemanden dort hinein sehen,
aus Angst, das will ich gerne eingestehen.
Ich lasse niemanden dort hinein,
aus Furcht, es könnte ein Fehler sein.
Hab’ ich dich schon zu tief gelassen?
Sind es nur deine Worte die so tief in mich fassen?
Du hast nicht viel getan um dorthin zu gelangen.
Muss ich nun um jedes meiner Worte bangen?
Du bist so tief in mir das es schmerzt, immer mehr.
Wenn dort schon einmal jemand war, dann ist es lange her.
Die Wärme dort ist angenehm,
und doch hab ich angst noch weiter zu gehen.
Mit jedem Wort das ich höre von dir,
zerreißt es mich etwas mehr in mir.
Was wenn ich es zulasse und mich am Ende doch irrte?
Was wenn ich am Ende doch nur suchend umher schwirrte?
Ich will nicht riskieren was ich gefunden habe.
Die Hoffnung ist es die ich wieder in mir begrabe.
Begrabe aus angst zu viel zu geben.
Begrabe aus angst dann ohne dich zu leben.
Ich kann nicht lieben weil ich es nicht will.
Ich kann nicht mehr weinen, denn dazu ist es in mir mittlerweile viel zu still.
Und wenn du doch gehen solltest, dann war es richtig es nicht zuzulassen.
War es richtig, denn am Ende ist es wie immer, das sie mich verlassen.
Ich lasse dich so tief ich kann,
doch wenn du gehst irgendwann,
wird es sein wie zuvor,
ehe ich dich fand und wieder verlor.
Denn am Ende ist es doch nur Erfahrung die uns zeigt,
das nichts für die Ewigkeit bleibt.
Warten
Ich habe die Welt mit den Augen eines Kindes gesehen.
Ich habe die Welt mit den Augen eines Greisen gesehen.
Ich sah diese Welt in allen Farben die sie hat.
Doch kein Blick den ich auf sie warf gab mir etwas zurück.
Ich habe diese Welt geliebt mit all meinem Sein.
Ich habe diese Welt gehasst für alles was sie ist.
Und egal was ich fühlte, es interessierte sie nicht.
Denn ich bin nichts weiter als ein Licht unter vielen.
Ich habe in deine Augen gesehen.
Ich habe in deine Seele geblickt.
Ich habe versucht dein Herz in meinen Händen zu halten.
Doch alles was diese Welt mir gab, war dich zu verlieren.
Diese Welt hat nichts mehr für mich außer Schmerz.
Diese Welt hat nichts mehr für mich, außer Tränen.
Diese Welt hat nichts mehr für mich außer dem Wissen immer wieder zu verlieren.
Warum ich dennoch bleibe?
Ich bleibe nicht.
Du nahmst mich mit dir.
Meine Tränen sind versiegt.
Den Schmerz fühle ich nicht mehr.
Ich bin zu blind geworden um die Farben zu sehen.
Und ich habe nichts außer dem Warten …und das muss reichen.
Bis zu dem Tag an dem ich dich wieder sehe.
Bis zu dem Tag an dem du mich zurück bringst.
Seelenleid
Kannst du in meine Seele sehen?
Kannst du durch den Spiegel blicken und mich erkennen?
Kannst du sehen was ich bin?
Kannst du sehen wie tief ich schon gefallen bin?
Es gibt keine Engel, die einen Retten.
Es gibt keine Ritter, die einen Schützen.
Es gibt keine Helden, die für dich kämpfen.
Es gibt keine Befreier, die dich mit sich nehmen.
Schmerz trägt dich durch dein Leben.
Leid hält dich umklammert wie eine Fessel.
Gier lässt dich langsam verdursten.
Hass lässt dich langsam verbrennen.
Alles an dir wird vergehen, auch der Schmerz.
Alles wird irgendwann schweigen, auch das Leid.
All der Durst wird irgendwann gestillt sein.
All das Feuer in dir lässt dich zu Asche werden, irgendwann.
Du warst es, die sie verstoßen hat.
Du warst es, die sie verdorben hat.
Du warst es, die sie verletzt hat.
Du warst es, die sie verlassen hat.
Am Ende wirst du stehen alleine.
Am Ende wirst du zu dem Wind der du schon immer warst.
Am Ende wirst du nichts sein als ein Gedanke.
Am Ende nicht mehr als eine, die zerbrach an all ihren Wünschen.
Und am Ende nicht mehr als jemand der vergessen wurde und verging.
Wenn ich mir etwas wünschen könnt’
Wenn ich mir etwas wünschen könnt’, was mehr sollt ich mir wünschen noch?
Wenn ich mir etwas wünschen könnt’, wünscht’ ich mir etwas weniger jedoch.
Ich wünscht’ ich könnt schweigen wenn es angebracht.
Wünscht’ ich könnt’ die Zeit zurück drehen, bis zu diesem leisen Verdacht.
Wünscht’ ich könnt’ die Welt verändern, das ich nicht mehr so anders wär’.
Wünscht’ ich könnt’ die Menschen verstehen, das sie mir so fremd nicht mehr.
Doch mehr wünschen, das könnt ich nicht, denn hab ich doch alles andere schon.
Mehr wünschen bräucht’ ich mir nicht, denn würde ich es verlieren, wieder nur durch einen Ton.
Ich wünsch’ mir kein Geld, bis alle Sorgen schwinden.
Wünsch’ mir auch keine Liebe an meiner Seite, möchte sie lieber selber finden.
Wünsch’ mir kein Heil, bis ans Ende aller Tage.
Wünsch’ mir keine Unsterblichkeit, wäre es das Letzte, was ich ertrage.
Vielleicht ein Wunsch, vielleicht nur einer irgendwann.
Das ich mit meiner Einsamkeit unter den Tausenden abschließen kann.
Wenn tausend Wort nicht reichen…
Wenn tausend Worte nicht reichen, dir zu sagen was ich fühle,
Wenn tausend Gesten nicht reichen, dir zu zeigen was ich fühle,
Wenn tausend Blicke nicht reichen, dir zu deuten was ich fühle,
dann nimm mir Sprache, Handlung, Augenlicht, denn dann erwiderst du es nicht.
Wenn meine Worte dich verwirren,
Wenn meine Gesten dich irritieren,
wenn meine Blicke dich nicht interessieren,
dann nimm mir Sprache, Handlung, Augenlicht, denn dann erwiderst du es nicht.
Wenn meine Worte dich berühren,
Wenn meine Gesten dich erfreuen,
Wenn meine Blicke dich erwärmen,
dann gib mir all das wieder zurück, denn dann erwiderst du es, wie ich…
Kerker
Es hört nicht auf, es geht nicht fort.
Zerrt mich zurück, an jenen dunklen Ort.
An schweren Ketten zurück gezerrt.
Gefangen von etwas, das mein Herz begehrt.
Gedacht es wäre leicht sie abzustreifen.
Konnt‘ die Freiheit doch schon fast greifen.
Doch find ich mich wieder in der dunklen Zelle.
Das vergitterte Fenster, an das ich mich stelle.
Blicke hinaus in die Freiheit und weine.
Die Tür hinter mir, Schlösser hat sie keine.
Mein armes...
Du ranntest so schnell voran.
Dachte, dass nichts dir etwas anhaben kann.
Wir sind den Weg so lange zusammen gegangen.
Musste ich doch nie wirklich um dich bangen.
Dann aber bist du mir entschwunden.
Hab dich nirgends wieder gefunden.
Habe es nicht bemerkt, glaubte dich nicht in zu großer Weite.
Doch als er uns verließ, bliebst du an seiner Seite.
Geweinte habe ich, so viele Nächte lang.
Nichts wird mehr sein wie damals, als alles begann.
Hab dich irgendwann zurück bekommen.
Doch dein Strahlen war dir genommen.
Du hattest dein Leben an ihm ausgehaucht.
Hast zum Atmen seine Nähe gebraucht.
Du kannst nicht zurück, zu groß war der Schmerz.
So liegst du bei mir, mein armes, totes Herz.
Verschlissen
Es tut so weh, so tief, so sehr.
Werd‘ nie mehr dieselbe sein, nie mehr.
Hab‘ mein Herz in Stücke gerissen.
Hab‘ meine Gefühle an dir verschlissen.
Hab‘ meine Seele an dich gegeben.
Wollt‘ nach nichts anderem mehr streben.
Hab‘ dir mein ganzes Vertrauen geschenkt.
Wollte dass du es bist, der mein Leben lenkt.
Doch der Wunsch allein reichte nicht.
Suche nun überall dein Gesicht.
Kann niemanden mehr finden, der so ist wie du.
Schließe am Ende alle Türen in mir zu.
Wie soll ich Leben mit dem Gedanken an dich?
Der Schmerz sitzt so tief, es zerreißt mich.
Versperrt und zerstört für alle die noch vorüber wandern.
Nur dich, für mich gibt es sonst keinen andern...
Mike
Ich hab dich in mir eingeschlossen.
Hab‘ seit Tagen keine Tränen mehr vergossen.
Hab‘ aufgehört deinen Namen zu schreien.
Habe aufgehört, meinen Kummer dir zu weihen.
Doch ändern tut es das alles nicht.
Wo ich auch gehe, suche ich dein Gesicht.
Suche ich einen der dir gleicht.
Auch wenn keiner dieses hohe Ziel erreicht.
Hast mich nie enttäuscht in deinem Leben.
Hast mir immerzu alles von dir gegeben.
Hast mich in deine Seele blicken lassen.
Hast es geschafft, die meine zu umfassen.
Du hast mir meine eigene Schönheit gezeigt.
Und das sich alles einmal dem Ende zuneigt.
Das Schicksal straft uns für das was wir tun.
Nur dieses Wissen lässt mich sanfter ruh’n.
Ich hätte meine Seele verkauft um dich zu retten.
Wollte dich neben mir in Sicherheit betten.
Doch die Welt sagte nein und so ist es geblieben.
Egal dabei, wie sehr wir einen Menschen lieben.
Du warst mein Freund, wie ein Bruder und noch viel mehr.
Ich liebe dich noch immer, viel zu sehr.
Meine Seele möchte nichts anderes als bei dir sein.
Doch würdest du das nicht wollen, nein.
So bleibe ich auf dieser Welt zurück.
Strecke keine Hand mehr in die Freiheit zurück.
Sperre mich in meinen Käfig und warte auf das Ende.
Warte auf dein Licht, dem ich mich irgendwann zuwende.
Und wenn wir uns eines Tages wiedersehen,
werden wir in einem neuen Leben noch einmal diesen Weg gemeinsam gehen.
Am Boden
Bin zu Boden gefallen, ein weiteres Mal.
Habe gedacht ich überlebe sie nicht, diese Qual.
Gab man mir Flügel nur um sie wieder zu verlieren?
Sind es die Dämonen, die immer wieder aufs Neue nach mir gieren?
Hab meine Flügel nie wirklich verloren.
Wurde am Boden mit neuen Geboren.
Wieder neu das Fliegen zu lernen fällt schwer.
Und mit jedem Sturz wird die Gewissheit mehr.
Wir leben nicht um ewig zu fliegen.
Leben nicht um über die Schwerkraft zu siegen.
Um das Fliegen zu lernen, leben wir auch nicht.
Wir leben für das Kribbeln beim Fall, die Tränen in unserem Gesicht.
Liegen am Boden bei den zerschmetterten Schwingen.
Und wissen doch, dass wir uns wieder in die Lüfte zwingen.
Immer und immer wieder werden wir nach den Sternen greifen.
Werden unsere Angst vor dem Fall immer wieder abstreifen.